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Sulzrain

Sulzrain dürfte eine Gründung des späten 8. Jahrhunderts sein. Sein Name ist vom Hang oberhalb des moorigen Ampertales abgeleitet. Schon früh hatte ein Hludolf hier Besitz der Freisinger Domkirche geschenkt. Bei der Erstnennung des damals als "Sulzareini" bezeichneten Ortes, einer Urkunde aus dem Jahre 829, verzichtete ein Oadalpald auf seine Erbansprüche aus dieser Schenkung. Zwischen 857 und 864 vertauschte der Bischof Anno dem Edlen Reginheri einen Teil des Fronhofes in "Sulzreini", wofür ihm dieser aus seinem Erbe im Ort das doppelte Maß an Gründen übergab. Zwischen 887 und 895 erfolgte der Tausch von einem Joch Acker gegen ein anderes Joch aus dem Erbe des Adalunc. Zwischen 895 und 899 gab Bischof Waldo dem Edlen Cotascalc tauschweise einen Sedlhof (curtiferum) in "Sulzareinne". Einen größeren Austausch von Besitz in Sulzrain und in benachbarten Orten nahm dann Bischof Abraham zwischen 957 und 972 vor, wobei die Edle Engilrat und deren Sohn Aripo, die als Vorfahren der Grafen von Scheyern gelten, hier und in Ampermoching jenen Besitz erwarben, der dann später als Herzogsbesitz nachgewiesen werden kann: nämlich vier Höfe und das Dachauer Richterlehen. Die damaligen Verbindungen zu Ampermoching dürften auch die Ursache für die Zugehörigkeit von Sulzrain zur Pfarrei Ampermoching sein. Zwischen 1177 und 1182 ist hier kurzfristig als Ministeriale (Dienstmann) ein Chounrad de Sulzrain erwähnt, dessen Funktion sich mit der Bildung des Amtes Dachau und späteren Landgerichts Dachau erübrigte.Durch den wiederholten Besitztausch entstanden aus dem ursprünglichen Fronhof frühzeitig Einzelhöfe mit einer starken Gemenglage in der Ortsflur. In den Jahren 1451 und 1500 waren es 8 Anwesen, von denen 5 Höfe im Besitz des Herzogs und 3 Viertelhöfe im Besitz anderer Grundherren standen. Bis 1516 kamen 2 Sölden und bis 1532 3 Sölden hinzu. 1532 besaß der Herzog, verwaltet durch das Kastenamt Dachau, in Sulzrain nur mehr ein Hof (der Höllbauer) war in adeliger Hand und später zur Hofmark Deutenhofen gekommen. Gleichzeitig wurden die dem Kloster Indersdorf und dem Angerkloster in München gehörigen Viertelhöfe durch Zuordnung zu einem Halbhof bzw. zu einem 5/8 Hof ausgebaut. 1587 und 1612 gliederten sich die 11 Anwesen in 5 Ganzhöfe, 2 Halbhöfe, 2 Viertelhöfe und 2 Sölden. Bis 1612 waren dann noch 2 Ingeheiße (Inwohner) dazugekommen. Der Schwedeneinfall des Jahres 1632 hatte die Zahl der Anwesen auf 6, die feindliche Operation des Jahres 1648 gar auf 2 Anwesen verringert. 1671 bestanden wieder 11 Anwesen. Bis 1812 vermehrte sich deren Zahl nur auf 12, die sich in 5 Ganzhöfe, 2 Halbhöfe, 2 Viertelhöfe und 3 Häusl gliederten. 1950 bestanden in Sulzrain nur 10 Wohnhäuser. 8 Anwesen sind heute als Bauernhöfe zu bezeichnen.